Den eigenen Hund mit ins Büro nehmen – für viele Hundehalter:innen klingt das nach der idealen Kombination aus Beruf und Familienleben. Tatsächlich kann ein Bürohund den Arbeitsalltag bereichern und dafür sorgen, dass der Vierbeiner nicht mehrere Stunden allein zu Hause verbringen muss. Damit das Zusammenleben im Büro für Mensch, Hund und Kolleg:innen funktioniert, sollten jedoch einige Voraussetzungen erfüllt sein.
Darf der Hund überhaupt mit ins Büro? Das sagt die Rechtslage
Grundsätzlich gibt es in Deutschland keinen gesetzlichen Anspruch darauf, den Hund mit zur Arbeit zu bringen (eine seltene Ausnahme bilden speziell ausgebildete Assistenzhunde). Ob Hunde am Arbeitsplatz erlaubt sind, entscheidet allein der oder die Arbeitgeber:in über das gesetzliche Direktionsrecht (§ 106 GewO) und das Hausrecht.
Bevor ihr euren Hund mitbringt, solltet ihr folgende Schritte beachten:
- Einverständnis einholen: Holt euch die Erlaubnis der Geschäftsleitung am besten schriftlich ein.
- Rücksicht auf das Team: Sprecht euch mit euren Kolleg:innen ab. Nicht jede Person fühlt sich in der Nähe von Hunden wohl oder kann aufgrund einer Tierhaarallergie problemlos mit ihnen in einem Raum arbeiten.
- Haftpflichtversicherung prüfen: Ein Nachweis über eine gültige Hundehaftpflichtversicherung ist im Büro absolute Pflicht, falls euer Hund Schäden an der Einrichtung verursacht oder ein:e Kolleg:in stolpert.
Welche Voraussetzungen sollte euer Hund erfüllen?
Nicht jeder Hund ist für den Trubel im Großraum- oder Einzelbüro geschaffen. Ein Bürohund sollte gut sozialisiert, entspannt und möglichst stressresistent sein.
Besonders wichtig sind:
- Ein freundliches Wesen: Der Hund darf weder auf Kolleg:innen noch auf Kund:innen aggressiv oder ängstlich reagieren.
- Zuverlässiger Grundgehorsam: Stubenreinheit und die wichtigsten Grundkommandos müssen sicher sitzen.
- Ruhephasen akzeptieren: Der Hund muss lernen, über längere Zeit entspannt zu liegen, ohne bei jedem Telefonat oder vorbeilaufenden Personen anzuschlagen.
- Kurzes Alleinbleiben: Euer Hund sollte kein Problem damit haben, wenn ihr für eine kurze Besprechung oder den Gang zur Kaffeemaschine den Raum verlasst.
Tipp zum Alter: Nehmt euren Hund frühestens ab einem Alter von 6 Monaten probeweise mit ins Büro. Junge Welpen können sich noch nicht lange genug konzentrieren und ruhig verhalten.
So fühlt sich euer Hund im Büro wohl
Damit euer Hund entspannt bleibt, solltet ihr ihm einen festen Rückzugsort einrichten. Eine vertraute Decke oder ein Hundebett an einem ruhigen, zugfreien Ort (nicht direkt im Laufweg) schenken ihm Sicherheit. Frisches Wasser muss natürlich jederzeit bereitstehen.
Achtet zudem auf einen klugen Tagesablauf: Gassi-Pausen solltet ihr so planen, dass euer Hund vor Arbeitsbeginn und in der Mittagspause ausreichend Bewegung bekommt. Ein langlebiger Kauartikel oder ein kurzes Denkspiel sorgen zwischendurch für ruhige Beschäftigung und helfen dem Hund beim Stressabbau.
Fazit: Eine Bereicherung für das ganze Team
Ein Hund im Büro kann die Arbeitsatmosphäre nachweislich verbessern, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Mit der offiziellen Zustimmung, Rücksichtnahme auf eure Kolleg:innen und einem gut vorbereiteten Hund steht einem entspannten Arbeitsalltag nichts im Weg. Davon profitieren am Ende alle Beteiligten auf zwei und vier Pfoten.