Grauer Bart, schlechtes Hören und viel Schlaf – nicht nur wir Menschen kommen in die Jahre und haben mit dem einen oder anderen Alltagsproblemchen zu kämpfen. Auch die meisten vierbeinigen Freunde leiden früher oder später unter verschiedenen Alterserscheinungen. Mit dem Alter ändern sich auch die Bedürfnisse des treuen Begleiters. Ab wann ein Vierbeiner zum Senior zählt, hängt vor allem von seiner Größe ab. Die veterinärmedizinische Forschung bestätigt, dass die Rasse und das Gewicht-Größe-Verhältnis beim Hund einen Einfluss auf die Lebenserwartung und den Beginn der zweiten Lebenshälfte haben. Generell altern große Rassen schneller als kleinere. Letztere zählen ca. ab dem achten, große Vierbeiner bereits ab dem sechsten Lebensjahr zum Seniorenalter.

 

Der Alterungsprozess beim Hund kann in zwei unterscheidbare Phasen unterteilt werden:

 

Die erste Phase entspricht dem Erreichen der Mitte der durchschnittlichen Lebenserwartung des Vierbeiners. In diesem Abschnitt sind die ersten altersbedingten Veränderungen zwar bereits vorhanden, jedoch kaum wahrnehmbar. Doch mit der Zeit werden die Veränderungen immer sichtbarer. Erste Anzeichen sind ein allmählich ergrauendes Haarkleid, beginnende Zahnprobleme, Zahnsteinbildung, längere Schlafphasen und eine Gewichtszunahme aufgrund der zurückgehenden körperlichen Aktivität.

 

Doch neben dem natürlichen Alterungsprozess spielen weitere wichtige Faktoren wie Pflege, Bewegung, Ernährung und die regelmäßigen medizinischen Kontrollen eine wichtige Rolle bei der positiven Beeinflussung der Lebenserwartung des vierbeinigen Freundes.

 

Eine gute Vorsorge ist das A und O

Habt immer ein wachsames Auge auf Euren Senior-Freund, damit Ihr bei gesundheitlichen Veränderungen sofort handeln könnt. Auch der regelmäßige Besuch beim Tierarzt zum vorsorglichen Durchchecken ist unumgänglich, denn nur so lassen sich frühzeitig Krankheiten und Beschwerden erkennen und gezielt behandeln.

 

Bewegung im Alter

Passt unbedingt die Bewegung und Beschäftigung Eures Graubartes dem Alter entsprechend an und geht von nun an lieber kürzere Gassirunden. Das bedeutet jedoch nicht, dass Ihr auch für weniger geistige Auslastungen sorgen sollt. Ganz im Gegenteil – Bietet ihm weiterhin viel geistige Anregung mit Hilfe kleiner Lernspiele, damit das Gehirn fit bleibt. Auch die aufmunternde Ansprache zu Aktivitäten spielt eine wichtige Rolle. Wie Ihr wisst, macht der Ton die Musik.

Richtige Senior-Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung macht sich auf das Wohlbefinden des Hundes bemerkbar. Bei älteren Vierbeinern ändern sich die Bedürfnisse und die Fütterung muss angepasst werden. Es ist besonders wichtig, dass die im Futter enthaltenden Inhaltstoffe gut verwertbar und verträglich sind. Spezielles Hundefutter für Senioren sollte daher nährstoffreich, aber deutlich energiereduziert im Vergleich zum üblichen Futter sein. Denn die meisten Hunde sind im Alter nicht mehr so aktiv wie früher und benötigen deutlich weniger Energie. Hat der Fellfreund bereits Gewichtsprobleme oder leidet unter einer Organerkrankung, ist – in Absprache mit dem Tierarzt – ein Diät- oder medizinisches Futtermittel empfehlenswert.

Seelisches Wohlbefinden

Die veränderten Bedürfnisse des Vierbeiners erfordern einen besonderen Umgang und viel Verständnis für die eine oder andere Altersmarotte. Das einst so aktive Tier ist ruhiger, anhänglicher und sucht nun verstärkt Eure Nähe. Unterstützt Euren Vierbeiner, damit er den neuen Lebensabschnitt so gut wie möglich bewältigen kann. Richtet zum Beispiel ein größeres, noch bequemeres Lager ein und erleichtert ihm die tägliche Mahlzeit, indem Ihr beispielsweise das Futter mit etwas warmen Wasser leichter kaubar und auch schmackhafter macht.

Zeigt Eurem Hund so oft es geht, dass er etwas ganz Besonderes in Eurem Leben ist, denn nach den vielen Jahren, die man miteinander verbracht hat, sind die seelischen und körperlichen Streicheleinheiten mehr als verdient.