Früher oder später müssen viele Hunde Medikamente einnehmen – sei es nach einer Operation, bei einer akuten Infektion oder aufgrund einer chronischen Erkrankung. Doch nicht jeder Vierbeiner schluckt Tabletten oder flüssige Medikamente freiwillig. Mit Geduld und der passenden Herangehensweise lässt sich die Medikamentengabe für euch und euren Hund jedoch deutlich entspannter gestalten.
Die richtige Methode finden: Clevere Tricks im Alltag
Jeder Hund tickt anders. Während einige eine Tablette gierig mit fressen, sortieren schlaue Vierbeiner sie geschickt wieder aus. Probiert verschiedene Wege aus, um die beste Methode für euer Tier zu finden.
Der „3-Leckerli-Trick“
Bereitet drei schmackhafte Leckerlis (z. B. Fleischwurst oder spezielle Hundeleberwurst) vor.
- Leckerli 1 (ohne Tablette): Gebt es eurem Hund zum Aufwärmen.
- Leckerli 2 (mit Tablette): Bietet es direkt danach an.
- Leckerli 3 (ohne Tablette): Zeigt es eurem Hund sofort, während er das zweite noch im Maul hat. Aus Gier auf den dritten Snack wird der zweite meist ungekaut heruntergeschluckt.
Flüssige Medikamente richtig eingeben
Flüssigkeiten lassen sich gut mit einer plastikfreien Dosierspritze seitlich hinter den Fangzähnen ins Maul träufeln. Wichtiger Sicherheits-Fakt: Haltet den Kopf eures Hundes dabei in einer natürlichen, waagerechten Position. Überstreckt ihr seinen Kopf nach hinten, steigt die Gefahr, dass er sich verschluckt und Flüssigkeit in die Lunge gelangt.
Achtung beim Zerkleinern: Teilt oder mörsert Tabletten niemals ohne Rücksprache mit eurer Tierarztpraxis. Viele Tabletten besitzen einen Schutzfilm gegen Magensäure, der beim Zerkleinern zerstört wird. Zudem schmecken gemörserte Tabletten oft extrem bitter, was euren Hund dauerhaft misstrauisch macht.
Ruhe und Geduld verhindern negative Verknüpfungen
Eure eigene Ausstrahlung ist entscheidend. Hektik, Frust oder Zwang führen schnell dazu, dass euer Hund die Situation künftig meidet oder sogar Angst vor euch entwickelt. Bleibt gelassen und sprecht mit ruhiger Stimme.
Verbindet die Medikamentengabe immer mit einer positiven Erfahrung: Lobt euren Hund direkt nach der Einnahme überschwänglich und startet im Anschluss ein kurzes Spiel oder geht direkt spazieren. Verweigert euer Hund ein Medikament vehement, erzwingt es nicht. Fragt in eurer Tierarztpraxis nach Alternativen – oft gibt es dasselbe Mittel als wohlschmeckende Kautablette oder in flüssiger Form.
Fazit: Gewohnheit statt täglicher Kampf
Die Medikamentengabe muss für euch und euren Hund kein Stressfaktor sein. Mit spielerischen Tricks, einer entspannten Atmosphäre und der richtigen Technik wird die Prozedur schnell zur unkomplizierten Routine. So kann sich euer Vierbeiner in aller Ruhe erholen.